Während meiner Zeit als Angst-und Panikbetroffener hatte ich eine Vielzahl von Panikattacken. Wenn ich mich recht erinnere, “durchlebte” ich die meisten davon auf der Autobahn. Besser formuliert: die meisten Panikattacken wurden während einer Fahrt mit dem PKW auf der Autobahn initiiert, natürlich bin ich dann nicht auf der Autobahn geblieben, sondern habe diese an der nächst möglichen Ausfahrt verlassen…
Bei mir waren die Symptome einer Panikattacke stets folgende:
- Atemnot
- Schmerzen in der Brust (links gefühlt)
- Schmerzen im linken Arm
- Frieren am ganzen Körper
- manchmal trotzdem kalter Schweiß auf der Stirn
- zittrige Knie und Beine…
Bei den ersten Panikattacken bin ich so schnell wie möglich in die Notaufnahme des nächst gelegenen Krankenhauses gefahren, oder ich habe den nächsten Arzt aufgesucht. Je nach dem, wo ich mich gerade befunden habe. Jedoch haben mir stets alle dort durchgeführten Untersuchungen beste Gesundheit bescheinigt…
Deshalb (oft auch aus einem Schamgefühl heraus; ich wollte nicht als Simulant dastehen…) habe ich viele der folgenden Angstattacken ohne Arzt durchlebt. Nicht selten haben mir meine Frau und mein Sohn beigestanden, was für die beiden genauso schlimm war.
Irgendwann (ich bitte um Nachsicht für die folgenden Ausdrücke, aber ich möchte versuchen so meine damaligen Empfindungen wiederzugeben) hat sich dann folgendes in mir abgespielt:
“So, jetzt reicht´s! Ich hab`die Schnauze voll!!! Dann verreck`ich eben, dann habe ich es wenigstens hinter mir…”
Diese Wut in mir war echt. Immer öfter ist es mir so gelungen, die sich anbahnende Panikattacke zu “ignorieren”. Ich habe mir ganz fest vorgebetet, dass X Ärzte immer wieder keinerlei Erkrankungen bei mir festgestellt haben.
Das war nicht einfach, weiß Gott nicht und es ist mir auch nicht immer gelungen. Aber dieser Umgang mit meiner Angst war der Beginn meiner Selbstverantwortung für meine Lage. Ich habe so endlich damit begonnen es nicht mehr zu aktzeptieren, dass es mir so beschissen geht. Und das waren wichtige erste Schritte für meinen Weg aus der Angst…