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Angst vorm Zahnarzt?

Gerade komme ich von meiner Zahnärztin. Seit dem ich meine Angst vorm Zahnarzt, bzw. vor der Zahnarztbehandlung, verloren habe, gehe ich regelmäßig zwei Mal im Jahr zu Vorsorgeuntersuchung.

Heute war es wieder so weit. Leider war diesmal nicht alles in Ordnung: bei einem Zahn musste eine Füllung erneuert werden, da ein Teil der alten augebrochen war.

Die Behandlung habe ich ruhig und gelassen (und ohne Spritze) über mich ergehen lassen. Das tue ich, damit ich mich während der Zahnarztbehandlung gut fühle:Â

  1. bevor es los geht, lasse ich bewusst meine Schultern fallen und nehme mir vor mich zu entspannen
  2. ich fixiere einen beliebigen Punkt über mir mit festem Blick
  3. ich zähle langsam und lautlos in Gedanken von “1″ bis “10″, ohne dabei den Punkt über mir aus den Augen zu lassen
  4. auf “Zehn” atme ich aus und mit dem Ausatmen sage ich in Gedanken zu mir “Entspannung jetzt…”
  5. ich schließe meine Augen und atme ruhig und gleichmäßig und tief durch die Nase
  6. mit jedem Ausatmen formuliere ich lautlos den Satz “Ich bin ganz ruhig….”.

Wichtig: nach der Behandlung, bevor ich mit dem Auto wieder nach Hause fahre, mache ich mich wieder richtig wach, in dem ich meinen Kopf schüttele, so dass die Backen wackeln. Und ich sage zu mir selbst: “Ich bin hellwach und erfrischt und aufmerksam…”.

Entspannung und Verzicht

Von großer Bedeutung für meine Befreiung von Angstzuständen und Panikattacken war für mich persönlich der bewusste und freiwillige Verzicht…

Als ich noch unter Angstattacken litt, war Alkohol ein mehr oder weniger regelmäßiger Begleiter in meinem Leben. Das möchte ich hier offen ausprechen, weil ich mir gut vorstellen kann, dass das vielen Betroffenen genau so geht.
Oft trank ich nur deshalb, um in Gesellschaft nicht “aufzufallen”, um “dazuzugehören” und um zu “funktionieren”. Das Trinken von Alkohohl lockerte mich auf. Das hielt jedoch nur kurzfristig an und in den Folgetagen waren die Panikattacken um so heftiger…

Einer der wichtigsten, ersten Schritte in mein angstfreies Leben war der bewusste Verzicht auf den Genuss von Alkohol. Ich entschloss mich für die Dauer von einem Jahr keinen Tropfen zu mir zu nehmen. Und damit das ganze auch verbindlich wird, habe ich mein Vorhaben schriftlich fixiert und unterschrieben. Diese “Willenserklärung” habe ich meiner Frau gegeben, damit sie sie liest und aufbewahrt.

Der Anfang war nicht leicht, zu sehr war Alkohol für mich zur Gewohnheit geworden, aber ich hielt durch und der Lohn war, dass ich lernte stolz auf mich zu sein. Ich fand das einfach klasse von mir, dass ich mein Vorhaben in die Tat umsetzte und mein “Versprechen” (vor allem mir selbst gegenüber) hielt.

In diesem Jahr habe ich mir auch erste Entspannungsmethoden angeeignet und täglich angewendet. Das Ganze war der Beginn meiner angsfreien Zeit, die nun schon seit fast 10 Jahren anhält….

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Bei Angstzuständen und Panikattacken selbst aktiv werden…

Mir ist klar, dass Angst lähmt. das weiss ich nicht zu letzt aus eigener, schmerzvoller Erfahrung.

Aber genauso gut weiss ich, dass die Angst ihre Macht verliert, wenn der oder die Betroffene das Leben selbst in die Hand nimmt. Es müssen Entscheidungen getroffen werden:

“Wo will ich in einem Jahr stehen?”
“Wie soll mein Leben in fünf, sieben, zehn Jahren verlaufen?”…
“Welchen Beruf möcht ich wirklich ausüben?”

das sind nur drei Beispiele für Fragen, die Eigeninitiative aktivieren können, damit die sich eingeschlichene Lethargie auflöst.

Entspannungsmethoden und Entspannungstechniken nicht missbrauchen…

Entspannung ist wichtig. Ohne Entspannung kein Erfolg.

Das Erlernen und Praktizieren von Entspannungsmethoden und Entpannungstechniken ist grundsätzlich zu empfehlen. Als Entspannungspädagoge möchte ich jedoch dieses Thema auch einmal aus einem anderen Blickwinkel “beleuchten”:

das Praktizieren von bewusster Entspannung macht gelassener und leistungsfähiger. Nach einiger Übungszeit sind Menschen, die Entspannungstechniken regelmäßig anwenden, physisch und psychisch hoch belastbar. Das ist sicherlich gewünscht und sehr erfreulich, dennoch birgt dieses positive Ergebnis auch eine gewisse “Gefahr” in sich, bzw. das “unbewusste” Praktizieren von Entspannung kann ein böses Erwachen zur Folge haben.

Vielleicht macht meine folgende Behauptung klar, was ich ausdrücken möchte:

Es ist nicht die Aufgabe der Entspannung dafür zu sorgen, dass ein unwirklicher Alltag, der von physischer und psychischer Überlastung dominiert wird, um jeden Preis ertragen und bewältigt werden kann.

In diesem Fall müsste dem negativen Stress eine positive Bedeutung zugesprochen werden. Den die erlebten Sressempfindungen hätten hier die Aufgabe, auf Missstände im Tagesablauf hinzuweisen, deren Beseitigung als Notwendigkeit zur Gesunderhaltung zu erkennen sind.

Es muss jedem klar sein: Entspannung ist ein komplexes Thema und eine umfassende Aufgabe, deren Lösung sicherlich mit dem Erlernen und Anwenden von Entspannungstechniken beginnt, deren Endresultat jedoch in einem als zufrieden und gelassen erlebtem Alltag zu suchen ist.

wirksame Entspannungsmethoden

Welche Entspannungstechniken bringen nachhaltig Erfolg?

Als wirksame Entspannungsmethoden kann ich an dieser Stelle primär zwei Techniken empfehlen:

  • Das Autogene Training  und
  • Die Progressive Muskelrelaxation.

Beide Entspannungsverfahren sind relativ leicht (auch autodidaktisch)Â zu erlernen. Die Wiksamkeit beider Verfahren ist wissenschaftlich erwiesen und messbar.

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